„Stoff-Wacken 2016“ in Lichtenau

Liebe Nähfreundin,

vielen Dank, dass Du uns bei den Stoffwelten in Lichtenau am Tag der offenen Tür besucht hast. Wir – und auch jeder einzelne unserer Mitarbeiter – haben bis zum späten Nachmittag am Samstag ALLES gegeben, um den Besuch bei uns gut zu gestalten. Dem größten Teil hat es bei uns gefallen, die meisten haben einen Blick hinter die Kulissen bekommen und geschaut, wo ihre Stoffe herkommen, haben Nähfreunde getroffen uvm. Viele Freundschaften sind entstanden, neue Kontakte geknüpft, aber JA – sicherlich war auch nicht alles optimal, das ist völlig richtig.

Natürlich gibt es – wie bei jedem Event – auch kritische Stimmen. Und für diese kritischen Stimmen haben wir dieses Resümee verfasst.

Sollte es Dir nicht gefallen haben, tut uns das sehr leid. Vielleicht möchtest Du dann einiges zu Hintergründe, Überlegungen und kritischen Gedanken zu diesem Event lesen.

Am besten schnappst du dir eine Tasse Tee oder Kaffee und liest in Ruhe unsere Zeilen:

** Eintrittskarten und Goodie-Bag

Zunächst zur Goodie-Bag: Kaufmännisch wäre es am günstigsten gewesen, wenn wir jedem Besucher direkt am Eingang 5 oder 6 EURO im Tausch gegen die Eintrittskarte in die Hand gedrückt hätten, statt sie gegen eine Goodie-Bag zu tauschen. Dabei hätten wir noch Geld gespart!

Unsere Idee war jedem Besucher wirklich etwas zu SCHENKEN. Allein die Produktion des exklusiven Stoffs und die recht teure Tasche übersteigen im EINKAUFSWERT die fünf Euro ERHEBLICH! Dazu kommen die anderen Dinge, die in der Tasche enthalten waren, die uns natürlich auch Geld gekostet haben. Zusätzlich haben wir Den ganzen Jersey liebevoll und sorgfältig zugeschnitten und von Hand eingepackt, was nicht zu unterschätzende Personalkosten mit sich bringt (denn NEIN, man verdient bei uns einen fairen Lohn, keinen Hungerlohn!). Gekostet hat UNS also jede Tasche eher locker 10 EURO. Mal abgesehen vom wirklichen Wert, denn Stickdatei, Schnittmuster & Co. waren ja auch noch drin.

Wir denken, dass dies den Vorwurf, wir würden an den Eintrittskarten etwas verdienen, leicht entkräften kann. Denn für jede Eintrittskarte hat man ja auch was bekommen und nicht – wie das sonst so üblich ist – die Attraktionen finanziert. Alle Annehmlichkeiten (Hüpfburg, Kinderschminken, Karussell uvm…) haben wir aus unserer Tasche finanziert und nicht etwa durch den Verkauf der Eintrittskarten. Uns also vorzuwerfen, wir würden schon am Verkauf der Karten „reich“ ist wirklich leicht von der Hand zu weisen, wenn man dies vorherigen zwei Absätze mal betriebswirtschaftlich liest.

Aber wir haben die Eintrittskarten ja auch nicht verkauft, um damit Geld zu machen, sondern um planen zu können.

Insofern haben wir beim Vorwurf, dass wir auch Leute kostenlos aufs Gelände gelassen haben, wirklich kein schlechtes Gewissen. Die 5 EURO waren im Prinzip ja kein Eintrittspreis, sondern ein Preis für die Goodie-Bag, die wir GEWOLLT sehr stark subventioniert haben. In keinem (!) Fall ein schlechtes Geschäft für den Beschenkten. Kaufmännisch betrachtet für uns allerdings ein wirklich schlechtes Geschäft! Wir wollten euch gerne etwas schenken. Schade, dass das einige Kritiker nicht so sehen. Wir finden, dass wir euch ein schönes Geschenk mit durchaus bleibendem Wert gemacht haben, denn Tasche, Stickdatei und Schnittmuster kannst du auch in zwei Jahren noch benutzen 😉

** Einlass ohne Eintrittskarten

Wir haben selbst stundenlang an den Eingängen gestanden und Besucher persönlich begrüßt. Der Anteil an Leuten OHNE Karte war minimal! Wer in der Schlange stand und sich mal umgesehen oder einfach mal gefragt hat, der wird festgestellt haben, dass um einen rum nahezu alle eine Karte hatten. Es ist also völliger Quatsch zu behaupten, es hätte irgendeinen Einfluss auf die Menge an Menschen gehabt. Es wäre auch ohne diesen Einlass GENAUSO VOLL gewesen. Aber warum? Und wieso haben sich dann solche Schlangen gebildet, in denen man viel zu lange warten musste? Das beantworten wir später noch. Aber kurz zurück zum Einlass ohne Eintrittskarte:

Warum haben wir denn dann Leute ohne Eintrittskarte eingelassen? Ganz einfach – und wir haben uns lange den Kopf über diese Lösung zerbrochen:

So ein Fest mit tausenden Besuchern ist für so einen kleinen Ort wie LICHTENAU und die Menschen, die hier leben, durchaus auch eine Herausforderung, aber auch eine Belastung. Wir haben zwar von den Menschen hier bis jetzt ausschließlich POSITIVES Feedback erhalten, aber trotzdem fand sich der ein oder andere Lichtenauer für seinen Samstagseinkauf plötzlich im Stau vorm EDEKA wieder und brauchte eine halbe Stunde länger. Das lag nicht an mangelnden Parkflächen, sondern daran, dass die Zufahrtsstraßen sehr klein sind – Lichtenau ist eben ein kleiner, beschaulicher Ort. Ein Vergleich mit DEM Wacken also durchaus realistisch.

Unter diesem Aspekt konnten wir die Anwohner, die bei uns vor der Tür stehen und keine aktiven Facebook- oder Stoffwelten-Fans sind, nicht einfach nach Hause schicken mit dem Hinweis „Ihr hättet halt frühzeitig Karten kaufen müssen“. Da wir die Variante, dass man auch ohne Karte eingelassen wird, wirklich erst „kurz vor knapp“ verraten haben, war es tatsächlich so, dass nahezu niemand aus der Ferne spontan angereist ist und es hauptsächlich Einheimische waren, die spontan mal schauen wollten! Und die sind dann im Zweifel – wenn es ihnen zu voll war – einfach wieder umgedreht sind und wieder kommen, wenn unser Laden eröffnet ist. Dass man auch ohne Karten eingelassen wird, haben wir wirklich bis kurz vor Schluss geheim gehalten. Aber Menschen aus der Umgebung – und die waren es zu 98%, die keine Karte hatten – mussten wir einfach diese Chance geben. Denn ohne die Menschen in der Umgebung, die sehr zahlreich zu diesem Tag beigetragen haben, hätte ein solcher Tag nicht stattfinden können. Aber auch dazu später noch mehr. Der Vorwurf, es habe an den „Menschen ohne Karte“ gelegen, ist nicht haltbar, da der MESSBARE Anteil der Menschen, die keine Karte hatten, so klein war, dass er keinen eklatanten Einfluss auf die Gesamtzahl der Besucher hatte. Darüber hinaus hatten wir durchaus einen Teil an Besuchern ohne Karte bei der Planung der Gesamtmenge eingeplant, d.h. in allen Punkten berücksichtigt.

** Ihr macht Euch die Taschen voll

Insgesamt herrscht bei dem einen oder anderen vielleicht auch eine falsche Vorstellung, was für so eine Veranstaltung alles berücksichtigt werden muss und was so etwas kostet.

Wir haben den Tag nicht als Verkaufsveranstaltung geplant. Auch wenn es auf den ersten Blick ganz anders aussieht: So eine Veranstaltung ist KEIN gutes Geschäft. Unsere größte Sorge war, wie auch schon beim letzten Tag der offenen Tür, dass noch spät Menschen extra von sehr weit her anreisen und dann keine Ware mehr vorfinden. Daher haben wir auch diesmal BERGE an Ware bestellt, geschnitten und bereitgestellt.

Das hat auch diesmal dazu geführt, dass trotz der vielen Verkäufe ein großer Teil der Ware noch hier liegt. Zudem ist er jetzt geschnitten und kann damit nicht einfach zurück in den normalen Verkauf, ist also für den Moment erstmal nichts, was uns irgendwie Geld bringt. Im Gegenteil. Es ist bezahlte Ware, die hier zunächst einfach liegt, wieder eingeräumt und gelagert werden muss. Aber das war uns klar, und das war es uns wert, damit auch um 15:00 Uhr noch Ware im Zelt liegt und man auch ganz spät noch eine super Auswahl hat. Zu den Kosten dieser Ware kommt der enorme Zeiteinsatz, der dazu geführt hat, dass wir in den sechs oder acht Wochen vor diesem Event wesentlich weniger Ware Online verkaufen konnten, also in dieser Zeit ERHEBLICH weniger Umsatz bei ERHEBLICH GESTIEGENEN Kosten hatten.

Kaufmännisch gesehen also ebenso kein gutes Geschäft! Allein die Personalkosten für so viele Besucher Stoff vorzuschneiden sind exorbitant hoch, abgesehen von den Mengen an Ware, die wir natürlich von unseren Lieferanten nicht gratis erhalten 😉 Sicherlich hat das der ein oder andere, der behauptet, wir würden „reich“ damit, nicht beachtet. Denn Stoff ist KEIN Produkt, was man – wie z.B. Getränkekisten – auf Kommission bekommt und hinterher zurücksenden kann, schon gar nicht, wenn es sich um aufgeschnittenen Stoff handelt.

Wir haben an keinem Ende gespart und nie darauf geachtet, ordentlich Profit aus dieser Veranstaltung zu ziehen. Deshalb haben wir alles aufgeboten, an dem Ihr – unsere Fans – Spaß habt – ohne Rücksicht auf die Kosten. Ich habe allein 1.500 Lollis für die Kinder gekauft, neben tausenden Malbüchern, samt Stiften. Allein die Kosten für den Aufbau und die Miete der Zelte lagen im FÜNFSTELLIGEN (!) Bereich. Allein um also die Kosten für die Zelte wieder drin zu haben, muss man doch schon eine ganze Menge Stoff verkaufen, zumal dann, wenn man ihn noch zu TOP-Preisen angeboten hat, wie wir das am Tag der offenen Tür getan haben 😉 Das sollte man bedenken, wenn man versucht die Veranstaltung unter Gesichtspunkten des Gewinns zu betrachten. Kostentechnisch dazu kamen dann ja auch noch Hüpfburg, Karussell, Kinderschminken, Feuerwehr, Sanitäter, Sicherheitsdienst, Kosten für unsere Gäste / Aussteller, die wir von Herzen gern übernommen haben und und und… von der Masse an bereitgestellter Ware und immensen Personalkosten mal abgesehen. Wir waren uns dieser Kosten voll bewusst und haben sie gern in Kauf genommen, denn es ist ja unstrittig, dass die meisten Fans von so einer Veranstaltung auch gern etwas mit nach Hause nehmen möchten. Allein aus diesem Grund haben wir überhaupt Stoffe verkauft. Nicht um jetzt besonders viel Geld zu verdienen. Das können wir nämlich besser online.

Fazit aus kaufmännischer Sicht: VERDIENEN tun wir im normalen Betrieb mehr, denn der Aufwand und die Kosten für einen Tag der offenen Tür sind schon gigantisch. Vielleicht ist das ja auch der Grund, weshalb wir der bisher einzige Onlinehändler sind, der sowas in diesem Stil überhaupt auf die Beine gestellt hat. Geld verdienen wir online, nicht offline!

Aber nochmal aus der Sicht des Kauf-Aspektes: Wir haben es nicht als reine Verkaufsveranstaltung geplant. Sonst hätten wir sicher nicht so viele Annehmlichkeiten aufgefahren, bei denen man sich nett zusammensetzen, plaudern, essen und trinken konnte. Mal abgesehen davon, konntet ihr drei „Größen“ der Nähszene (klimperklein, cherry picking, farbenmix) kennenlernen, hattet die Möglichkeiten hinter unsere Kulissen zu schauen, euch viele verschiedene Nähmaschinen sowie Näh-Einlagen von Freudenberg zeigen zu lassen und – theoretisch zumindest – die Chance so viele Nähfans kennenzulernen, wie sich in Deutschland zuvor noch NIE auf einen Schlag versammelt haben. Also eigentlich wohl doch ein Event der besonderen Art.

** Die Hitze

Die hohen Temperaturen waren wohl das letzte mit dem wir gerechnet hatten. Eher hatten wir erwartet, dass man Mitte September Heizlüfter fürs Zelt braucht. Zwar war sonniges Wetter angesagt, aber dass es so heiß werden würde haben wir und die meisten unserer Gäste (die ohne Sonnenschutz etc. ausgestattet waren) nicht gerechnet. Aber ja, die Hitze machte vielen zu schaffen, besonders denen, die in den Schlangen warten mussten – das ist völlig unstrittig und war auch wirklich nicht schön. Wir hatten im Vorfeld alle Sicherheitsauflagen mehr als erfüllt und von unserer Seite und auch auf unsere Kosten mehr Sanitäter bestellt als benötigt, trotzdem machten die Temperaturen schnelles Handeln nötig.

Ein Dank geht hier noch mal besonders an die Freiwillige Feuerwehr Lichtenau, die die Lage immer perfekt im Griff hatte. So wurde bereits direkt, als es heißer wurde als vorhergesagt, der örtliche Getränkemarkt geräumt und sämtliche Wasserkisten aufs Gelände geschleppt. Gut 1.000 Liter (eine TONNE!) wurden auf unsere Kosten kostenlos verteilt. Trotzdem ließ sich leider nicht verhindern, dass drei Menschen umgekippt oder mit Kreislaufproblemen sogar ins Krankenhaus gefahren werden mussten. Ganz sicher tut uns das sehr leid, denn sowas ist für niemanden schön. Leider passiert sowas aber auch außerhalb solcher Veranstaltungen bei dieser Wetterlage. Zweifelsfrei tut das Warten in einer Schlange sein Übriges dazu. Zur Frage, wie es zu dieser Schlange kommen konnte, kommen wir gleich natürlich noch.

Wir haben mit steigender Hitze und in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ein zusätzliches Sanitätszelt und eine Einsatzzentrale aufbauen lassen und weitere Krankenwagen angefordert. Das wäre aber auch bei allen anderen Festen bei so einer Hitze so gewesen. Bei jedem Schützen- oder Volksfest werden Menschen mit Kreislaufproblemen in Krankenhäuser eingeliefert. Das klingt hart, ist ja aber leider so. Und noch einmal: Es tut uns für alle leid, die das Warten in den Anstellschlangen bei brütender Sonne nicht so gut vertragen haben und wegen Kreislaufproblemen behandelt werden mussten. Es tut uns leid und wir sind sicher, dass das bei 10 Grad weniger deutlich entspannter gelaufen wäre.

Trotzdem muss natürlich jeder bei diesem heißen Wetter für sich selbst entscheiden, ob er die Reise antritt. Denn dass es zumindest gewisse Warteschlangen gibt, war glaube ich jedem Besucher klar, wenn auch sicherlich nicht in diesem Ausmaß. Auch das ist völlig unstrittig. Aber unser Fehler war hier, dass wir im Vorfeld extra verkündet hatten, dass wir uns um ausreichend Sanitäter auch für Schwangere und Kinder kümmern. Das haben wir ganz bestimmt, schließt aber trotzdem nicht aus, dass jemand bei der Hitze Kreislaufprobleme bekommt.

Es tut uns trotzdem unendlich leid, dass eine schwangere Frau ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Das macht uns sehr traurig und selbstverständlich werden wir versuchen Kontakt aufzunehmen.

** Zu viele Leute…

Ja, wir haben alles gegeben, aber es hat nicht ganz geklappt. Das ist unstrittig und JA – es ist nicht alles perfekt gelaufen. Wir haben zunächst eine überschaubare Anzahl Karten verkauft. Nachdem wir die ersten Karten verkauft hatten und so viele enttäuscht waren, haben wir uns harscher Kritik aussetzen müssen. Unser Support war voll mit Beschwerden, wir würden nur „Elite-Kunden“ einladen, nie würden wir was für alle machen und überhaupt sollten wir doch bitte dafür sorgen, dass gefälligst alle die möchten, auch kommen können. Auch gab es viele, die uns künstliche Verknappung als widerliches Geschäftsgebaren vorgeworfen haben. Das hat uns echt sehr getroffen, denn es war und ist auch immer noch unser Ziel, am liebsten ALLE Kunden glücklich zu machen. Wir haben also nachgegeben, weil wir dachten, das schaffen wir schon, denn schließlich war noch genug Zeit bis zum Fest und wir haben die erweitere Zahl eingeplant. Das war sicherlich eine Entscheidung, die wir im Nachgang anders getroffen hätten bzw. wären wir lieber gern im beschaulichen Rahmen geblieben! Mit den Karten aus Stornos gab es also noch ein paar weitere Karten, obwohl wir das eigentlich nicht so geplant hatten. Wir dachten aber, dass wir das gut hinbekommen und so die harschen Vorwürfe anwenden können. Zumal es weit vor der Veranstaltung war, wir also alles etwas größer geplant haben.

Wir hatten ein Verkaufszelt mit einem Fassungsvermögen mit rund 700 Leuten geplant und gedacht der Rest wird sich auf dem großen Gelände schon verteilen. Real war es aber so, dass sich zunächst NICHTS auf dem Gelände verteilte, wirklich NICHTS!

Als rund die ersten 1.200 Gäste auf dem Gelände waren, ging erstmal NICHTS mehr vorwärts. Dass es ein NICHT-Verteilen auf dem Gelände geben könnte, hatten wir nicht erwartet, das war sicherlich einer der Fehler und ganz sicher auch ein Aspekt, den wir in der Planung stärker in den Blick hätten nehmen müssen.

Wir hatten reichlich andere „Attraktionen“ vorbereitet, die man bequem hätte ansteuern können, statt schnurstracks nur in der Schlange für das Verkaufszelt zu stehen. Stattdessen ging nahezu niemand der neu ankommenden Gäste aus der „ich-möchte-ins-Verkaufszelt-Schlange“ heraus, obwohl immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass es wirklich genug Stoff für alle gibt (was auch so war!) und man sich da wirklich nicht beeilen muss, um ins Verkaufszelt zu kommen.

Damit war leider der Rückstau vorprogrammiert, der sich natürlich bis zum Eingang zog. Das heißt, dass schon kurz nach dem Einlass sich die Menschen eben NICHT auf dem Gelände verteilten, sondern in einer langen Schlange standen. Wir haben dann – aus Gründen der Sicherheit – phasenweise erstmal keine Menschen mehr eingelassen. Natürlich hat das zu Unmut in der Warteschlange geführt. Das verstehen wir auch sehr gut, denn es war mega heiß und niemandem macht es Spaß in der Hitze zu stehen und zu warten. Schon gar nicht, wenn man darauf nicht vorbereitet war oder vielleicht sogar noch unzufriedene Kinder an der Seite hat. Das können wir wirklich nachvollziehen und wir wünschten, dass sich das so nicht dargestellt hätte. Aber wieso nun diese gigantischen Schlangen?

Wir hatten im Vorfeld propagiert, dass es genug Ware für alle gibt und dass es unmöglich sein wird, uns leer zu kaufen. Das war durchaus ernst gemeint, kam aber wohl nicht so an! Das tut uns sehr leid! Vielleicht waren wir da zu undeutlich. Wir dachten also, dass eben NICHT ein Großteil gleichzeitig um 10:00 Uhr kommen würde.

Wir hatten extra angekündigt, man möge ausdrücklich nicht gleich zu Anfang kommen, woran sich knapp 10% auch gehalten haben. Weit über 90% unserer Gäste kamen dummerweise direkt zu Beginn, was sich als befürchtet ungünstig erwies.

Wir zeigen euch hier mal ein Bild, was deutlich vor 10.00 Uhr entstanden ist. Dies verdeutlicht die Problematik:

ankunftszeit

Die ersten rund 1.200 Gäste konnten recht schnell – nachdem wir sie mit Goodie-Bags ausgestattet hatten –  aufs Gelände. Und die anderen Gäste? Genau da entstand die große Warteproblematik.

Denn bei einem Verkaufszelt für etwa 700 Personen kann man sich ausrechnen, dass es etwas dauert, bis es sich dort wieder leert. Das liegt ja schon allein daran, dass jeder der 700 Eingelassenen durchaus eine ganze Weile dort aufhält, um in Ruhe nach dem ein oder anderen Schnäppchen zu schauen. Das bedeutet, dass die Schlange, die sich hier bereits deutlich VOR zehn Uhr gebildet hatte, keine Chance hatte, bis Mittag „geleert“ zu werden. Dies wiederum hatte zur Folge, dass die Menschen, die tatsächlich später kamen, noch die Reste dieser anfänglichen Schlange vorfanden und ebenfalls sehr lange warten mussten. Das tut uns mehr als leid! Wir haben uns verschätzt und nicht bedacht, dass sich unsere Gäste nicht wirklich – wie geplant – auf dem Geländen verteilen, sondern nahezu geschlossen in der Warteschlange für das Verkaufszelt standen. Dort standen auch viele Kinder, was wir ebenso so nicht geplant hatten. Wir waren davon ausgegangen, dass die, die mit Kindern kommen, zum Großteil dann eine zweite Person mitbringen, die in der nicht auszuschließenden Wartezeit vergnüglich spielen kann, deshalb ja auch die Spielangebote für die Kinder. Die Folge war ein z.T. MASSIVER Rückstau bei beißenden Temperaturen. Also eine mehr als ungünstige Mischung und die Hitze ist sicherlich auch dem ein oder andern zu Kopf gestiegen. Leider ließ sich das in der Situation nicht mehr vermeiden, wäre aber bei jedem anderen Event mit Wartezeit an diesem Tag auch so gewesen, z.B. in jedem Freizeitpark o.ä.

Wir hatten so viel Ware, dass nicht alle gleichzeitig ins Verkaufszelt stürzen müssen, was aber nicht wirklich Beachtung fand. Wir hatten das zwar vorher kommuniziert, aber anscheinend nicht ausreichend. Das war sicherlich ein Fehler! Und wir dachten, viele können sich ja auch nett unterhalten und sich dabei ins Gastronomiezelt setzen, einfach etwas quatschen. Hm, das war auch nicht so. Ihr habt Euch zwar alle nett unterhalten, aber wie wir gesehen haben, eher in der Schlange fürs Verkaufszelt. Das Gastronomie-Zelt war die meiste Zeit nur halb voll oder besser gesagt waren diese 300 qm meist ziemlich leer.

Grundsätzlich gab es auch genügend Parkflächen, problematisch war aber das Anreisen der gleichzeitig einrollenden Massen. Das liegt nicht an den vorhandenen Parkplätzen,  sondern an den Straßenverhältnissen in Lichtenau. Platt formuliert ist Lichtenau ein „Dorf“ in einem vergleichsweise strukturschwachen Gebiet (wie ihr auf dem Foto weiter oben sehen könnt, grenzt an unsere Halle unmittelbar „Wald und Wiese“). Kleine Straßen, keine Verkehrsampeln (nur eine einzige Fußgängerampel) und auch sonst eben nicht mit den Straßen in Städten vergleichbar. Der Verkehr konnte auf diesen kleinen Straßen nicht so gut abfließen, wie das in größeren Orten möglich gewesen wäre. Deshalb gab es z.T. nicht unerhebliche Staus, die von den örtlichen Feuerwehren aber geleitet und gesichert wurden. Zwischenzeitlich versank Lichtenau im Verkehr. Die Feuerwehr Lichtenau und die hinzu gezogenen Löschzüge Holtheim und Ebbinghausen hatten die Lage jederzeit perfekt im Griff. Und die Polizei hatte ein „hohes Verkehrsaufkommen“ zu melden und sonst nichts zu beanstanden (sonst wären sie natürlich auch sofort ausgerückt). Es gab also ein massives Verkehrsaufkommen – JA! Das langsame Abfließen ist aber eher den dörflichen Strukturen geschuldet, ein Vergleich mit dem Metal-Festival „Wacken“ also durchaus nicht ganz weit her geholt 😉

Wir haben an vieles gedacht und versucht fast alle Wünsche zu erfüllen, und wenn es nur die bereitgestellten Windeln in allen erdenklichen Größen, die Baby-Gläschen oder der Babygläschen-Wärmer ist. Aber mit diesen gleichzeitig ankommenden Massen gab es einige Probleme.

Vieles wäre anders gelaufen, wenn nicht gleich in der ersten Stunde mehr als 90% der Gäste vor der Tür gestanden hätten. Das soll nicht wie ein Vorwurf klingen, denn der ist es keineswegs. Es ist eine Beschreibung einer Tatsache. Wir konnten die Schlangen bis zum Mittag nicht abbauen und dadurch hatten auch die, die – wie gewünscht – erst Mittags kamen, noch die Schlange vom Vormittag vor sich, die sich bis dahin noch nicht abgebaut hatte. Das tut uns wirklich leid.

** Die unterschiedlichen Perspektiven

Wir sind stolz, dass wir Euch als unsere Fans haben. Ihr habt dieses Event erst möglich gemacht. Wir danken euch von Herzen dafür, dass ihr dabei gewesen seid!

Ja, es war nicht alles perfekt! Ja, es gab viel zu lange Wartezeiten in noch dazu schier unerträglicher Hitze. Ja, es sind einige mit enttäuschten Erwartungen wieder nach Hause gefahren. All das tut uns leid und wir hoffen, dass wir euch mit diesem Resumé die Hintergründe etwas nachvollziehbarer machen konnten.

Trotzdem gab es – auch wenn das für die, die am Samstag enttäuscht gefahren sind und nicht nachvollziehbar ist –  auch sehr, sehr viel an positiver Resonanz. Einem Großteil unserer Fans hat es gefallen und schon allein DAS war es uns wert! Wir danken vielmals für die lieben Worte, Gesten und Aufmerksamkeiten, die uns entgegenbracht wurden und aktuell entgegen gebracht werden. Wir freuen uns wirklich sehr darüber!

Von allen Fachbesuchern, die aus unserer „Branche“ kommen und die z.T. auch „under cover“ vor Ort waren, haben wir höchsten Respekt erhalten, uns einer solchen Veranstaltung überhaupt zu stellen und tatsächlich so etwas auf die Beine zu stellen. Menschen, die schon seit JAHRZEHNTEN in der Textilbranche arbeiten haben so etwas noch nicht erlebt und waren zutiefst beeindruckt, dass eine einzelne Firma es schaffen kann, so viele Nähfreunde zu mobilisieren, so ein Treffen zu arrangieren und das Nähen und die Nähbranche wieder ein Stück lebhafter und aktueller zu machen. Vielen Dank für diese unglaublich netten Rückmeldungen von Kollegen!!

Und auch unsere Gäste (Nähmaschinen Ernst, Firma Freudenberg, farbenmix, cherry picking und klimperklein) waren sehr beeindruckt und vor allem sehr gern Gast bei uns. Sie haben den allergrößten Teil unserer Gäste als sehr positiv empfunden und einen tollen Tag unter vielen Nähverrückten gehabt.

Bis jetzt reißen die Gäste hier bei uns nicht ab. Viele ortansässige Firmen, Bewohner aus Lichtenau, Bekannte usw. sind spontan zu uns gekommen. Sie gratulieren dazu, dass wir es geschafft haben, überhaupt ein Fest dieser Größe im vergleichsweise winzigen Lichtenau und mit Beteiligung der örtlichen Vereine zu wuppen, wohlwissend natürlich, dass es zwischenzeitlich erhebliche Schlangen (sei es in Form von Personen oder Autos) gegeben hat. Vielen Dank dafür!

** Für das nächste Mal

Wir haben versucht, euch einen Tag mit Nähverrückten zu ermöglichen. Vieles haben wir organisiert. Einiges lief super, anderes lief schief. Dazu stehen wir.

Zwischendurch waren wir immer wieder damit befasst Dinge zu ordnen, von denen wir NIEMALS gedacht hätten, das wir das tun müssen. Hier ein Eindruck von Ereignissen:

  • Kindern, die im Verkaufszelt Stoffe für ihre Mütter / Väter hielten, wurde diese von anderen aus der Hand gerissen.
  • Am Eingang führten wir zahlreiche Diskussionen, weshalb wir Schwangere, Besucher mit Kleinkindern und Gäste mit Beeinträchtigungen bevorzugt einlassen. Diese würden mit Kinderwagen & co das Gelände nur unnötig füllen.
  • Aus einem Kinderwagen wurde eine Goodiebag gestohlen, die nicht nur den üblichen Inhalt, sondern auch ein Ausweispapier und persönliche Gegenstände der Besitzerin beinhaltete.
  • Ein Kind wurde animiert in die Hose bzw. unser Verkaufszelt zu pieseln, weil die Mutter gerade Stoff kaufte.
  • Es haben nicht alle Schwangeren und Menschen mit Kleinkindern eine kurze Anstehzeit in den Schlangen gehabt. Schade, denn auch hierzu gab es unsererseits klare Anweisungen. Einen interessanten Blogbeitrag haben wir u.a. hier zu diesem Thema gelesen: www.engelinchen.de
  • Am Eingang hatten wir für die Kinder 1000 Päckchen Stifte und weit mehr als 1000 Exemplare neu gedruckte Malbücher (Volume III) stehen, damit sich die Kinder dort etwas holen konnten. Uns ist unerklärlich, wie es Erwachsene geben kann, die kistenweise Malbücher abschleppten, ohne gefragt zu haben.
  • Mehrere Menschen wurden von Seiten des Sicherheitsdienstes – obwohl es dazu ganz klare Absprachen gab – nicht unverzüglich wieder auf das Gelände gelassen, wenn sie auf dem WC waren. Wir haben uns, sowie uns das bekannt wurde, unverzüglich eingeschaltet, denn das war wirklich anders besprochen! Wir können uns hierfür nur entschuldigen. Ein Gespräch mit dem Verantwortlichen fand bereits statt!
  • Einige haben sich in den Warteschlangen vorgedrängelt, sich rücksichtlos gegenüber anderen Verhalten.

Warum wir diese Eindrücke hier wiedergeben? Weil es genau SO und nicht anders gewesen ist. Da gibt es nichts schön zu reden und leider haben auch einige kleine, persönlich zu verantwortende Fehltritte das große ganze für den ein oder anderen zu einem Event mit Beigeschmack gemacht. Wir können und möchten und in diesen und allen ggf. nicht erwähnten Fällen in aller Form für das teils fragwürdige, unsoziale Verhalten entschuldigen. Es tut uns leid! Es war für uns nicht vorstellbar, dass sowas passieren kann oder würde, denn bisher haben wir unsere Kunden zum allergrößten Teil als wirklich äußerst nett empfunden!

** Sorry!

Wir wollten (und haben es auch nicht!) mit dem Tag der offenen Tür kein Geld verdienen, sondern unseren Fans die Möglichkeit geben einfach mal vorbeizuschauen und bei uns zu gucken, und einen schönen Tag zu verbringen. Das ist zum Teil gelungen, zum Teil aber auch nicht. Wir sind sehr traurig darüber.

Vielleicht hast Du bei uns etwas anderes vorgefunden als Du erwartet hast. Vielleicht bist Du auch nicht so weit gekommen wie Du wolltest, weil die Schlangen zu lang waren. Aber hey, du warst dabei, beim größten Treffen von „Nähverrückten“ – „Stoff-Wacken“ eben. Und an dieses verrückte Erlebnis wirst Du Dich wahrscheinlich noch in Jahren erinnern. So ein Fest von Nähverrückten hat es noch nie gegeben und wer weiß, ob es das jemals wieder geben wird. Insofern schließen wir auch mit der Bilanz, dass WIR uns gefreut haben, euch bei uns begrüßen zu dürfen.

WIR sind – trotz aller Dinge, die nicht perfekt gelaufen sind – sehr glücklich damit, dass wir viele von euch endlich live treffen konnten. Wir sind glücklich, das viele von euch völlig verschwitzt, total geflasht, ziemlich ermüdet aber doch glücklich nach Hause gefahren sind. Und für die, die es nicht sind, tut es uns leid! Wir werden – egal, was demnächst so kommen wird – klarer schreiben, was euch erwartet. Denn dann können wir sicher der ein oder anderen Enttäuschung  vorbeugen und sicherlich könnte dann der ein oder andere besser entscheiden, ob er kommen mag, oder lieber nicht.

Für dieses Resümee haben wir uns vergleichsweise viel Zeit genommen, denn uns liegt etwas an jedem einzelnen Gast, jedem einzelnen Kunden. Die meisten Gäste waren völlig verschwitzt, angestrengt, aber doch glücklich. Geschrieben haben wir diese Zeilen für die, die nicht zufrieden waren, denn die gibt es – wie bei jedem Event – auch bei uns. Unser Resümee wird aber einigen verständlich machen, was überhaupt alles hinter einer solchen Veranstaltung steckt! Wir danken allen, die uns ihre konstruktive Kritik per Mail geschickt haben und so dazu beigetragen haben, dass wir „Stoff-Wacken 2016“ reflektieren und diesen Text schreiben konnten! Habt vielen Dank!

Wir wiederholen deshalb nochmal, was uns wirklich wichtig ist: Ja, es war nicht alles perfekt! Ja, es gab viel zu lange Wartezeiten. Ja, es sind einige mit enttäuschten Erwartungen wieder nach Hause gefahren. Das tut uns leid!

Ganz liebe Grüße,
von Gundula & Gunter

 

Stoffwelten-„Klassiker“ als Volume II

Gerade seit einer Woche haben wir unsere neuen Räume bezogen. Und die erste erfolgreiche Versandwoche in der neuen Halle liegt damit hinter uns.

Regelmäßig überlegen wir, wie wir unseren Service und unser Sortiment verbessern können. Einfach: wie wir der perfekte Shop für unsere Kunden – die wir nicht umsonst Freunde – nennen, werden können.

Ein Punkt, der uns in den vergangenen zwei Jahren immer wieder besonders hart getroffen hat, ist der Vorwurf einfach zu wenig von den einzelnen Eigenproduktionen zu produzieren, um einen „Hype“ zu erzeugen. Das war nie unser Ziel, ließ sich aber leider nicht vermeiden, weil uns die Hände gebunden waren (s. dazu unser Text aus dem Sommer 2014 hier: http://www.stoffwelten.de/wordpress/eigenproduktionen-in-unbegrenzter-menge/)

Diese Kritik haben wir uns schon lange sehr zu Herzen genommen und im Hintergrund eine Lösung vorbereitet: Wir werden daher einige der Stoffwelten-„Klassiker“ als Volume II herausbringen.

Dass wir das erst jetzt machen, hat vor allem zwei Gründe:

Wir haben erst jetzt genügend Platz, um ein noch größeres Sortiment überhaupt stemmen zu können. Und dazu gehört ja nicht nur, sich ein paar Paletten Stoff ins Lager zu stellen, sondern vor allem diesen Stoff auch zeitnah VERSENDEN zu können.
Weder Ihr noch wir sind glücklich mit Lieferzeiten von 2 bis 3 Wochen, zu denen es leider in der Vergangenheit immer Mal wieder beim Versand von Eigenproduktionen kam. Wir denken, dass wir unseren Versand in den nächsten Wochen noch mehr optimieren und so langfristig wieder dauerhaft kurze Lieferzeiten von 1-3 Tagen halten können.

Das ist letzlich auch der Grund, warum wir in ein sehr hohes persönliches finanzielles Risiko eingestiegen sind und für die Stoffwelten eine eigene Halle gebaut haben, denn zur Miete gibt es in unserem Ort keine einzige gewerbliche Immobilie.

Der zweite Grund ist, dass wir endlich einen Lieferanten gefunden haben, der in der von uns geforderten Qualität, auch in kleineren Mengen zu einem vertretbaren Preis druckt und dadurch das finanzielle Risiko überhaupt erst einigermaßen tragbar wird. Denn auch wenn man es manchmal vergisst, wir sind immer noch ein kleines Familienunternehmen, das NICHT extern finanziert ist und NICHT über unbegrenztes Kapital verfügt. Hier packen immer noch alle an, und sogar die Oma(s) greifen beim Umzug auch mal zum Putzeimer und wischen die Halle (und Paulchen schubst dann den Putzeimer wieder um :-)).

DSC_3790-neuJeder, dem eine unserer Eigenproduktionen besonders gefällt oder persönlich am Herzen liegt, soll diese auch zu einem normalen fairen Preis kaufen können. Niemand soll unsere Stoffe – nur weil sie zum Spekulationsobjekt geworden sind – zum doppelten oder dreifachen Preis kaufen müssen. Das war nie unser Ziel und endlich haben wir die Möglichkeit auch aktiv dagegen etwas zu tun!

Wir werden deshalb ausgewählte Bestseller noch einmal in kleiner, aber angemessener Auflage nachproduzieren. Dauerhaft wird es – nach wie vor – nur eine einzige Eigenproduktion der Stoffwelten geben: den Monstonello. Hier machen wir bewusst eine Ausnahme, weil er sich quasi zum Markenzeichen der Stoffwelten entwickelt hat. Wir werden ausschließlich MONSTONELLO dauerhaft führen (bzw. immer wieder regelmäßig nachbestellen).

Natürlich wissen wir, dass jede positive Entscheidung immer auch negative Stimmen hervorrufen wird. Gerade die, die unseren Stoff vielleicht nur aus spekulativen Gründen gekauft haben, werden jetzt natürlich am lautesten schreien. Das müssen und werden wir so hinnehmen. Aber die Stimmen, die erleichtert und froh darüber äußern werden, dass Eigenproduktionen auch für den normalen Geldbeutel erschwinglich sind und bleiben, werden unsere Entscheidung stärken. Die Stimmen, die sich freuen, dass wir den extrem hohen „Schwarzmarktpreisen“ entgegen treten, werden die negativen Stimmen hoffentlich in den Hintergrund treten lassen 😉 Und wir sind fest davon überzeugt, dass der allergrößte Teil unserer Kunden diese Entscheidung begrüßen wird, sonst hätten wir diese – für uns durchaus wirklich schwere Entscheidung – nicht so getroffen.

Wir möchten einfach wunderschöne Stoffe machen und sie den Menschen zur Verfügung stellen, die sie gerne haben möchten. Das werden trotzdem nie alle sein, sondern es wird immer etwas ganz Besonderes sein, ein selbstgenähtes Kleidungsstück aus einer Stoffwelten-Eigenproduktion zu tragen.

Unsere Eigenproduktionen sind und bleiben – mit Ausnahme des Monstonellos – limitiert und werden nicht rauf und runter gedruckt. Aber es wir treten dem Vorwurf der Verknappung entgegen, nachdem wir in diesem Jahr mit erheblichen, finanziellen Mittel einen Raum geschaffen haben, wo wir diese Mehrmengen überhaupt erst lagern und verschicken können – das war vorher auf Grund räumlicher und damit auch personeller Ressourcen schlichtweg ausgeschlossen.

Wir hoffen sehr, dass wir all denen eine große Freude machen können, die Stoffe gern zu bezahlbaren, normalen Preisen kaufen möchten, denn das Vernähen unserer Eigenproduktionen soll Freude machen und nicht nur denen vorbehalten sein, die einen entsprechend gut gefüllten Geldbeutel haben, denn das sind – wenn wir mal ehrlich miteinander sind – leider nicht nicht alle von uns.

In diesem Sinne versprechen wir euch, dass es in den nächsten Tagen spannend in unserem Shop wird. Und wir denken, dass die weiterhin bestehende Limitierung in Kombination mit einer sinnvollen Volume II-Menge den allermeisten Kunden ein Lächeln ins Gesicht zauber wird.

Herzlich, Gundula & Gunter

PS:

Damit du auch garantiert nichts mehr verpasst, sind wir jetzt im GooglePlay-Store sogar mit einer eigenen APP vertreten, die dich bei jeder EP (und anderen tollen Artikeln) völlig unabhängig und vor allem brandaktuell informiert, ohne dass du den ganzen Tag bei Facebook oder in unserem Shop schauen musst. Für alle Android-Smartphones und Tablets findest du die Stoffwelten Info-App hier:

https://play.google.com/store/apps/details?id=de.cosomedia.apps.stoffwelten

Für alle iPhone- / iPad-Nutzer:
Es wird die App in Kürze auch im App Store bei iTunes geben 😉

Alles einfach vorbestellbar…

Von Anfang an war das Ziel unserer Stoffwelten, Kunden in Bezug auf die Lieferbarkeit und Liefergeschwindigkeit genau das zu bieten, was wir selbst als bekennende „Internet-Bestell-Junkies“ auch erwarten. Auch wenn wir dieses Ziel – gerade bei umfangreichen Eigenproduktionen im Verkauf – (noch) nicht immer erfüllen können: Der Maßstab an dem wir uns regelmäßig messen ist eine Lieferung innerhalb von 1-2 Tagen.

Unser Verständnis eines Einkaufserlebnisses im Internet ist eben: gesehen, gefallen, bestellt und möglichst am nächsten Tag zu Hause angekommen. So wie es große Versender wie Amazon vormachen. Auch wenn sich zugeschnittener Stoff – im Versandaufwand – von lediglich aus dem Regal gesuchten Artikeln unterscheidet.

Aus diesem Grund haben wir unseren Shop von Anfang an so konfiguriert, dass überhaupt nur sofort lieferbare Artikel angezeigt werden. Alle anderen verschwinden wieder komplett aus dem Shop. Wir möchten nicht, dass sich jemand lange durch das Sortiment sucht, um dann enttäuscht festzustellen, dass der ausgewählte Traumstoff gar nicht lieferbar ist. Auch wenn eine andere Einstellung und die Vorgaukelung eines größeren Sortiments unserer Position in Suchmaschinen durchaus dienlich wäre, steht bei uns ausschließlich der Kunde und dessen Einkaufserlebnis im Vordergrund.

Bei allen Artikeln die wir anbieten, kannst Du grundsätzlich davon ausgehen, dass diese tatsächlich schon hier physisch in unserem Regal liegen. Anders läuft das bei uns nicht! Sicher wäre es preiswerter und risikoloser – und viele Händler betreiben das ja auch im Internet so – die Artikel quasi „on demand“ erst nach dem Bestelleingang beim Lieferanten zu bestellen. Aber das halten wir für keine ehrliche und faire Vorgehensweise.

Es ist einfach die klassische Aufgabe des Einzelhandels, und nichts anderes sind wir als Online-Händler, Waren für den Kunden bereit zu halten.

Dies ist einer der Gründe warum wir uns immer gegen Vorbestellungen – vor allem unserer Eigenproduktionen – gewehrt haben.

Denn auf den ersten Blick klingt es wirklich wahnsinnig verlockend. Ich verkaufe einen Artikel zunächst als Vorbestellung. Kassiere dafür schon mal vorab mein Geld, kann dann exakt die Menge bestellen, die ich benötige und versende dann in Ruhe, wenn die Ware ankommt. Und niemand geht leer aus. Diese Vorteile haben auch für uns durchaus ihren Reiz.

Wenn denn alles so glatt liefe…

Das fängt schon bei der Lieferzeit und der exakten Menge an. Liefer- und Produktionszeiten sind in der Regel recht ungenau und lang. Und wenn wir zwei Monate Lieferzeit angeben und es dann doch drei Monate dauert, haben wir echt ein schlechtes Gewissen. Denn wir haben ja auch das Geld schon vorher eingesammelt. Übrigens kann man bei so einer Vorbestellung dann auch von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen (vor der Auslieferung!) und die Bestellung stornieren. Wenn’s dann noch länger dauert, sehen wir irgendwann alt aus.

Die Liefermengen vom Hersteller wurden nach unseren Erfahrungen noch nie 100% eingehalten. Wenn dann 100 Meter verkauft sind und 130 Meter kommen, ist das nicht so schlimm. Aber wenn nur 70 Meter kommen, was machen wir dann?

Aus der Not heraus, haben wir bisher zwei Mal Vorbestellungen angeboten. Weil beim letzten Mal die Eigenproduktionen innerhalb von Minuten (Stars & Stripes) vergriffen waren und wir unsere wartenden Kunden nicht im Regen stehen lassen wollten. Ich möchte auch nicht ausschließen, dass wir das noch das eine oder andere Mal so machen. Aber dann eher aus der Not heraus.

Denn hinter den Kulissen bedeuten die Vorbestellungen schon einen enormen logistischen Aufwand.

Ein Problem bei den Vorbestellungen ist, dass diese in Verbindung mit aktuell verfügbaren Artikeln bestellt werden. Dann müssen wir den ersten Teil einfach ausliefern (auf unsere Kosten), denn wir können die Waren nicht für zwei oder drei Monate hier lagern. Das bedeutet für uns in der Regel doppelte Versandkosten (Porto und Verpackung) für einen großen Teil der Bestellungen.

Und wenn dann noch gesammelt wird, wird’s richtig haarig…

Aber unsere Technik, unser Shopsystem und unsere Warenwirtschaft wird ständig weiterentwickelt. Vielleicht gibt es bald eine ordentliche technische Lösung, um zumindest die logistischen Probleme mit Teilauslieferungen in den Griff zu bekommen. Vielleicht lassen wir uns dann noch mal auf das „Abenteuer“ Vorbestellung ein.

LG Gunter

Stoppt überteuerte Weiterverkäufe…

So oder so ähnlich erreichen uns in letzter Zeit Nachrichten von erbosten Kunden.

Fakt ist: Gelegentlich findet sich der eine oder andere Meter unserer Eigenproduktionen zu wirklich „phantastischen“ Preisen bei eBay wieder. Teilweise bis zu 30 EUR werden da für den Meter Jersey aufgerufen.

ebay

Auch wenn unser dieser Run durchaus schmeichelt,  ist das so natürlich nicht in unserem Sinne. Denn es sind letztendlich unsere Kunden, die sauer auf uns sind.

Aber mit dem nötigen Hintergrundwissen werdet auch Ihr einen solchen Verkauf vielleicht gelassener nehmen.

Es handelt sich bei diesen Verkäufen immer um absolute Einzelfälle. Den professionellen  Händler, der in großen Mengen Stoff bei uns kauft und diesen regelmäßig weiterverkauft, gibt es nicht. Es kann (!) ihn nicht geben.

Denn zunächst verkaufen wir tatsächlich ausschließlich in „haushaltsüblichen“ Mengen. Wir verkaufen keine Ballenware. Verkäufe größerer Mengen lehnen wir grundsätzlich ab. Maximal verkaufen wir mal 5-6 Meter – soviel braucht man beispielsweise für eine Bettwäsche. Und es sind garantiert nicht diese 5-6 Meter, die hinterher bei eBay auftauchen (das prüfen wir!). Es ist mal der eine oder andere Meter, der vom Nähen übrig geblieben ist. Oder ja, auch das gibt’s sicher, der extra dafür gekauft und gehortet wurde.

Aber jeder der sich die Gewinnspannen dafür mal realistisch anschaut, wird vermutlich enttäuscht sein. Denn wir sind kein Großhandel. Auch bei der Abnahme größerer Mengen gewähren wir absolut und ohne Ausnahme niemandem einen höheren Rabatt (maximal die 10% für alle unserer Gewerbetreibenden unabhängig von der Abnahmemenge).

Um es noch einmal deutlich zu machen, das klischeehafte „Feindbild“ des „großen“ Händlers der mit fetten Rabatten den übrigen Kunden ballenweise unsere Eigenproduktionen wegkauft, um ihn dann zu überzogenen Preisen bei eBay zu verkaufen, gibt es schlichtweg nicht. Weil wir das nicht zulassen.

Wir verkaufen an Endkunden und weiterverarbeitende Gewerbetreibende. Für Stoffhändler ist ein Rabatt von 10% für den Weiterverkauf einfach völlig uninteressant.

Trotzdem können wir niemandem verbieten, der mal einen Glücksgriff getan hat, einen Meter unserer Eigenproduktion vielleicht auch zum phantastischen Preis loszuschlagen. Es ist ja durchaus nicht so dass jede Eigenproduktion gleichermaßen gefragt ist. Ich denke dieses gelegentliche Glück gönnt auch jede unserer Kundinnen Ihrer Mitstreiterin.

Aber niemand macht das in professionellem größeren Stil – und die von uns gegebenen Rahmenbedingungen lassen dies auch nicht zu.

Genauso wie wir unseren weiterverarbeitenden Kunden grundsätzlich die uneingeschränkte gewerbliche Nutzung unserer Eigenproduktionen gestatten, können und wollen wir gerade unseren privaten Kunden nicht verbieten den einen oder anderen Meter auch mal frei zu verkaufen. Schließlich kann jeder mit seinem nächsten gekauften Meter auch mal sein Glück probieren.

Und übrigens: das mit dem überteuerten Verkaufen klappt auch nur, wenn jemand auf das Angebot eingeht. Wenn ich mir das eine oder andere Angebot bei eBay anschaue (die stehen nämlich teilweise ziemlich lange zum Verkauf), seht ihr das genauso und seit nicht bereit solche überzogenen Preise zu zahlen!

LG Gunter

Eigenproduktionen in unbegrenzter Menge…

Ich verstehe jeden der ärgerlich ist, trotz viel Geduld vorm Rechner, einmal nichts von unseren Eigenproduktionen abbekommen zu haben. Der gelegentlich geäußerte  Vorschlag doch einfach „ein bisschen mehr“ zu produzieren, ist allerdings nicht so einfach umzusetzen. Und der Vorwurf wir würden sogar bewusst zu wenig produzieren, trifft mich persönlich.

Lasst mich dazu etwas ausholen. Denn die Produktion von Stoff ist zwar saisonal, aber kein kurzfristiges Geschäft. Ich rufe nicht heute beim Produzenten an, sende meine Entwürfe und bekomme dann nächste Woche tausende von Metern hier ins Lager geliefert.

baustelleEs dauert meist Monate vom ersten Entwurf, den Gundula zusammen mit der Grafikerin entwickelt, über die ersten Muster- und Farbabschläge, bis zur fertigen Produktion, die dann noch per Spedition zu uns gebracht werden muss oder von uns abgeholt wird.

Wir müssen uns dabei schon recht früh auf die gewünschten Mengen festlegen. Von den meisten Mustern bestellen wir exakt die gleiche Menge. Es sein denn Gundula ist sich besonders unsicher, ob Euch der Entwurf gefällt, dann bestellen wir nur die Hälfte.

Letzlich wissen wir dann erst am Tag an dem der Stoff endgültig bei uns gelandet ist, wieviel wir wirklich bekommen. Denn es kann ohne weiteres sein, dass aufgrund der Produktionstoleranzen oder Teilen, die von uns noch aussortiert werden, 20 oder 30 Prozent weniger als die bestellte Menge von uns verkauft werden kann.

Wir gehen mit der bestellten Ware ein erhebliches finanzielles Risiko ein. Denn wir sind kein großer Konzern, sondern ein kleines Familienunternehmen in der Startphase. Sollte sich eine Eigenproduktion als totaler Flop erweisen, haben wir ein echtes Problem. Denn bezahlen müssen wir die Produktion ja trotzdem (das tun wir in der Regel am Tag der Anlieferung bei uns und NICHT erst nach Wochen des Verkaufs).

So setzen wir mit jeder Eigenproduktion unsere Existenz so weit aufs Spiel, wie wir es für unsere Mitarbeiter und für uns für gerade noch vertretbar halten.

Niemand sollte uns also leichtfertig vorwerfen, dass wir einfach mehr produzieren sollten. Die meisten Eigenproduktionen sind tatsächlich echte Renner und ziemlich schnell ausverkauft. Es geht aber durchaus auch anders, und da wir die Zukunft nicht vorhersehen können, handeln wir wie vernünftige Kaufleute, die versuchen Risiko und Nutzen gegeneinander abzuwägen.

Selbstverständlich würden wir gerne auch noch mehr verkaufen, auch wenn wir mit dem Erreichten sehr zufrieden sind. Aber auch wenn das manchmal untergeht: Es gibt auch Eigenproduktionen, die nicht gut laufen. Ihr seht das ja ganz transparent in unserer Kategorie im Shop. Von den Eisbären und Braunbären liegen hier zum Beispiel noch ziemlich viele auf Lager.

Und wenn am Ende des Monats unser gesamtes Geld noch im Lagerbestand der Eigenproduktionen steckt, werden sich unsere Mitarbeiter bedanken. Denn dann können wir ihnen statt Gehalt höchstens einen Ballen Stoff mitgeben.

Und das klingt zwar lustig, ist es aber nicht. Denn die meisten unserer Mitarbeiterinnen arbeiten eben nicht als Minijobber bei uns, um Ihre Haushaltskasse ein bisschen aufzubessern, sondern als unbefristet angestellte Mitarbeiterinnen in Vollzeit – um Ihre Kinder zu ernähren.

Wir würden es für verantwortlungslos halten ein noch höheres finanzielles Risiko einzugehen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Bereits eine unverkaufte Eigenproduktion könnte dazu führen, dass wir unsere Stoffwelten schließen müssten.

LG Gunter