Stoppt überteuerte Weiterverkäufe…

So oder so ähnlich erreichen uns in letzter Zeit Nachrichten von erbosten Kunden.

Fakt ist: Gelegentlich findet sich der eine oder andere Meter unserer Eigenproduktionen zu wirklich „phantastischen“ Preisen bei eBay wieder. Teilweise bis zu 30 EUR werden da für den Meter Jersey aufgerufen.

ebay

Auch wenn unser dieser Run durchaus schmeichelt,  ist das so natürlich nicht in unserem Sinne. Denn es sind letztendlich unsere Kunden, die sauer auf uns sind.

Aber mit dem nötigen Hintergrundwissen werdet auch Ihr einen solchen Verkauf vielleicht gelassener nehmen.

Es handelt sich bei diesen Verkäufen immer um absolute Einzelfälle. Den professionellen  Händler, der in großen Mengen Stoff bei uns kauft und diesen regelmäßig weiterverkauft, gibt es nicht. Es kann (!) ihn nicht geben.

Denn zunächst verkaufen wir tatsächlich ausschließlich in „haushaltsüblichen“ Mengen. Wir verkaufen keine Ballenware. Verkäufe größerer Mengen lehnen wir grundsätzlich ab. Maximal verkaufen wir mal 5-6 Meter – soviel braucht man beispielsweise für eine Bettwäsche. Und es sind garantiert nicht diese 5-6 Meter, die hinterher bei eBay auftauchen (das prüfen wir!). Es ist mal der eine oder andere Meter, der vom Nähen übrig geblieben ist. Oder ja, auch das gibt’s sicher, der extra dafür gekauft und gehortet wurde.

Aber jeder der sich die Gewinnspannen dafür mal realistisch anschaut, wird vermutlich enttäuscht sein. Denn wir sind kein Großhandel. Auch bei der Abnahme größerer Mengen gewähren wir absolut und ohne Ausnahme niemandem einen höheren Rabatt (maximal die 10% für alle unserer Gewerbetreibenden unabhängig von der Abnahmemenge).

Um es noch einmal deutlich zu machen, das klischeehafte „Feindbild“ des „großen“ Händlers der mit fetten Rabatten den übrigen Kunden ballenweise unsere Eigenproduktionen wegkauft, um ihn dann zu überzogenen Preisen bei eBay zu verkaufen, gibt es schlichtweg nicht. Weil wir das nicht zulassen.

Wir verkaufen an Endkunden und weiterverarbeitende Gewerbetreibende. Für Stoffhändler ist ein Rabatt von 10% für den Weiterverkauf einfach völlig uninteressant.

Trotzdem können wir niemandem verbieten, der mal einen Glücksgriff getan hat, einen Meter unserer Eigenproduktion vielleicht auch zum phantastischen Preis loszuschlagen. Es ist ja durchaus nicht so dass jede Eigenproduktion gleichermaßen gefragt ist. Ich denke dieses gelegentliche Glück gönnt auch jede unserer Kundinnen Ihrer Mitstreiterin.

Aber niemand macht das in professionellem größeren Stil – und die von uns gegebenen Rahmenbedingungen lassen dies auch nicht zu.

Genauso wie wir unseren weiterverarbeitenden Kunden grundsätzlich die uneingeschränkte gewerbliche Nutzung unserer Eigenproduktionen gestatten, können und wollen wir gerade unseren privaten Kunden nicht verbieten den einen oder anderen Meter auch mal frei zu verkaufen. Schließlich kann jeder mit seinem nächsten gekauften Meter auch mal sein Glück probieren.

Und übrigens: das mit dem überteuerten Verkaufen klappt auch nur, wenn jemand auf das Angebot eingeht. Wenn ich mir das eine oder andere Angebot bei eBay anschaue (die stehen nämlich teilweise ziemlich lange zum Verkauf), seht ihr das genauso und seit nicht bereit solche überzogenen Preise zu zahlen!

LG Gunter

9 Gedanken zu “Stoppt überteuerte Weiterverkäufe…

  1. Ich muß sagen, daß so manch einer selbst schuld ist an dieser „Misere“.
    Habe auch schon gewisse EP-Stoffe bei Ebay beobachtet und finde es zum Teil richtig heftig, wie gegenseitig hochgeboten und zu welch übertriebenen Preisen dann eingekauft wird. Aber da kann der „Verkäufer“ nichts dafür, sondern die Leute, die das Gebot so hochbieten.
    Daß dann andere, die vielleicht ebenfalls diese Auktionen beobachtet haben, beim Stoffverkauf den Preis so anziehen, kann ich irgendwie verstehen. Die denken sich halt auch: wenn schon so hochgesteigert wird, werden sie ja den Preis bereitwillig ausgeben…
    Mir hat auch schon das ein oder andere EP-Stöfflein gefallen, und dennoch hab ich es sein lassen, weils mir einfach zu teuer wurde.
    Und ich selbst habe auch schon einen EP-Stoff, der schlicht und einfach übrig geblieben ist, verkauft. Ich habe aber lediglich den Preis, den ich dafür ausgegeben habe, verlangt und es wurde gekauft.

    Finde es schade, dass Ihr deswegen Mails erhaltet. Diese Mails sollten eher die Weiter-Verkäufer erreichen. Oder eben mal das eigene Handeln durchdacht werden.

    In diesem Sinne,
    beste Grüße! 😉

  2. Finde ich sehr gut – eure offenen Worte! Ich selber würde auch nicht zu so überteuerten Preisen Stoff kaufen… Dennoch hat man als Kunde ja selten Einblick in die Preispolitik eines Unrenehmens, dass man auch die Kunden verstehen kann.

    Schön dass ihr euch so äußert und es uns – dem Kunden – einfach erklärt!

    LG Sandra

    • das ist kurz&prägnant genau das, was ich auch denke… danke für die erklärenden, offenen Worte ! Wer überteuerte Ware kauft, ist selbst schuld und wenn man sich mal in ein Stöffchen verguckt hat, was es nicht mehr gibt… dann kann ich verstehen, dass man bereit ist mehr auszugeben, als es ursprünglich gekostet hat… lg

  3. Danke für die offenen Worte.

    Einen weiteren Aspekt könnte man noch bedenken:

    Zu Zeiten zu denen ich sehr wenig Geld hatte, hätte ich mir niemals einen Stoff für 17 ~ 18 € / Meter leisten können. Andere schöne Dinge konnte ich mir auch nicht kaufen. Manchmal musste man schauen, dass am Ende des Monats noch was für ein Brot und ein Glas Marmelade übrig war. Da hatte ich aber z.B. auch mal Glück und habe kurz vor Weihnachten ein bei eBay völlig teures Produkt (Playmobil Arche Noah und Kran) im Einzelhandel zum normalen Preis kaufen können. Ich hab dann ZWEI gekauft und auch bei eBay verkauft. Und damit meiner Tochter das dickere Weihnachtsgeschenk finanziert…
    Vielleicht steckt auch mal sowas dahinter – weiß man’s??

    Wenn Ihr also schon so viel dafür tut, dass es keiner total ausnutzen kann, dann Danke dafür!

  4. Ja super, ich wusste garnicht, das ihr nur in handelsüblichen Mengen abgebt, das war es, was ich mir nämlich gewünscht hätte.
    Ansonsten muss wohl jeder selber entscheiden, was er für einen Stoff ausgeben möchte, das kann und darf man niemandem vorschreiben…
    Für mich gibt es keinen Stoff, der mir 30€ Wert wäre, aber jedem so wie er möchte…
    Ihr macht das alles schon richtig, weiter so:)

  5. Lieber Gunter, liebe Gundula,

    ich gebe es zu – auch mich hat dieses (in meinen Augen dreiste) Verhalten schon ziemlich genervt… – der Erklärung entnehme ich jetzt aber, dass es wohl doch „harmloser“ ist als befürchtet. Dass Ihr nur in haushaltsüblichen Mengen abgebt, finde ich gut. Das beugt dem „Abgreifen und Weiterverschachern“ vor…

    Selbstverständlich habe ich die überteuerten Stoffe nicht gekauft, sondern einfach andere Stoffe ausgesucht und mich auch mal über die eine oder andere EP von Euch freuen können 🙂

    In diesem Sinne entschuldige ich mich jetzt für meine „Weiterverkäufer-Kritik“ und danke Euch, dass Ihr uns auch Einblicke in eure Unternehmenspolitik gewährt… – mit Hintergrundwissen sieht manches schon ganz anders aus 😉

    Viele Grüße und ganz bestimmt bis bald –
    Rebecca

  6. Hallo ihr beiden!

    Ihr macht das echt super und aus kaufmännischer Sicht auf jedenfall richtig.
    Doch muss ich mich fragen, wie andere an nicht Haushaltsübliche Mengen kommen.
    Bei Dawanda beobachte ich den Monstello bei einer Verkäuferin und sie hat dort sage und schreibe 20m von dem Monstello verkauft zu 33.80€/m.
    Da frage ich mich schon ob das wirklich sein muss.
    Der Stoff ist so schwer zu bekommen gewesen wie kann da eine Person soviel Stoff bekommen???
    Mir ist klar das ihr euer bestes gebt und auch nicht vorhersehen könnt wie die Produkte laufen. Aber kann man das in den AGB nicht einschränken das ein Stoff nicht gewerblich weiterverkauft werden darf?
    Bzw. nur verarbeitet weiterverkauft werden darf?
    Auch bei 10% Ersparnis als Händler hat diese Verkäuferin richtig Asche gemacht.
    Schade das soviel Schund damit getrieben wird 🙁

    Viele Grüße

    aus dem schönen Kiel

  7. Hallo,

    schon klar, die Sterne waren ein Beispiel, aber ich versuche schon länger an Stück London Calling rosa zu kommen für meine 4 jährige Tochter. Als ich gesagt habe, ich würde für 50cm x VB 10 € zahlen, wurde ich ausgelacht, weil der Preis dafür aktuell bei 35!!!!€ liegt… für 50cm, nicht mal der Meter.
    Also mal ehrlich, ich will Kinderkleidung daraus nähen, die vermutlich bei durchschnittlichem Wachstum in dem Alter vielleicht ein Jahr passt. Ich will mir den Stoff nicht im Goldrahmen übers Bett hängen.

    Ich verstehe, dass euch keine Schuld trifft. Aber vielleicht gibt es die Option, nachdem es eine Eigenproduktion ist, dass ihr auf Vorbestellung noch eine gewisse Menge produziert wird, die dann auch abgenommen werden muss. Dann bleibt ihr nicht darauf sitzen. Und es gibt einige Stoffe, wo die Nachfrage durchaus gegeben ist.

    Ich denke, so könnte man auch dagegen wirken. Und wenn ich einen Stoff wirklich will, bin ich auch gewillt, darauf zu warten 🙂

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