Alles einfach vorbestellbar…

Von Anfang an war das Ziel unserer Stoffwelten, Kunden in Bezug auf die Lieferbarkeit und Liefergeschwindigkeit genau das zu bieten, was wir selbst als bekennende „Internet-Bestell-Junkies“ auch erwarten. Auch wenn wir dieses Ziel – gerade bei umfangreichen Eigenproduktionen im Verkauf – (noch) nicht immer erfüllen können: Der Maßstab an dem wir uns regelmäßig messen ist eine Lieferung innerhalb von 1-2 Tagen.

Unser Verständnis eines Einkaufserlebnisses im Internet ist eben: gesehen, gefallen, bestellt und möglichst am nächsten Tag zu Hause angekommen. So wie es große Versender wie Amazon vormachen. Auch wenn sich zugeschnittener Stoff – im Versandaufwand – von lediglich aus dem Regal gesuchten Artikeln unterscheidet.

Aus diesem Grund haben wir unseren Shop von Anfang an so konfiguriert, dass überhaupt nur sofort lieferbare Artikel angezeigt werden. Alle anderen verschwinden wieder komplett aus dem Shop. Wir möchten nicht, dass sich jemand lange durch das Sortiment sucht, um dann enttäuscht festzustellen, dass der ausgewählte Traumstoff gar nicht lieferbar ist. Auch wenn eine andere Einstellung und die Vorgaukelung eines größeren Sortiments unserer Position in Suchmaschinen durchaus dienlich wäre, steht bei uns ausschließlich der Kunde und dessen Einkaufserlebnis im Vordergrund.

Bei allen Artikeln die wir anbieten, kannst Du grundsätzlich davon ausgehen, dass diese tatsächlich schon hier physisch in unserem Regal liegen. Anders läuft das bei uns nicht! Sicher wäre es preiswerter und risikoloser – und viele Händler betreiben das ja auch im Internet so – die Artikel quasi „on demand“ erst nach dem Bestelleingang beim Lieferanten zu bestellen. Aber das halten wir für keine ehrliche und faire Vorgehensweise.

Es ist einfach die klassische Aufgabe des Einzelhandels, und nichts anderes sind wir als Online-Händler, Waren für den Kunden bereit zu halten.

Dies ist einer der Gründe warum wir uns immer gegen Vorbestellungen – vor allem unserer Eigenproduktionen – gewehrt haben.

Denn auf den ersten Blick klingt es wirklich wahnsinnig verlockend. Ich verkaufe einen Artikel zunächst als Vorbestellung. Kassiere dafür schon mal vorab mein Geld, kann dann exakt die Menge bestellen, die ich benötige und versende dann in Ruhe, wenn die Ware ankommt. Und niemand geht leer aus. Diese Vorteile haben auch für uns durchaus ihren Reiz.

Wenn denn alles so glatt liefe…

Das fängt schon bei der Lieferzeit und der exakten Menge an. Liefer- und Produktionszeiten sind in der Regel recht ungenau und lang. Und wenn wir zwei Monate Lieferzeit angeben und es dann doch drei Monate dauert, haben wir echt ein schlechtes Gewissen. Denn wir haben ja auch das Geld schon vorher eingesammelt. Übrigens kann man bei so einer Vorbestellung dann auch von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen (vor der Auslieferung!) und die Bestellung stornieren. Wenn’s dann noch länger dauert, sehen wir irgendwann alt aus.

Die Liefermengen vom Hersteller wurden nach unseren Erfahrungen noch nie 100% eingehalten. Wenn dann 100 Meter verkauft sind und 130 Meter kommen, ist das nicht so schlimm. Aber wenn nur 70 Meter kommen, was machen wir dann?

Aus der Not heraus, haben wir bisher zwei Mal Vorbestellungen angeboten. Weil beim letzten Mal die Eigenproduktionen innerhalb von Minuten (Stars & Stripes) vergriffen waren und wir unsere wartenden Kunden nicht im Regen stehen lassen wollten. Ich möchte auch nicht ausschließen, dass wir das noch das eine oder andere Mal so machen. Aber dann eher aus der Not heraus.

Denn hinter den Kulissen bedeuten die Vorbestellungen schon einen enormen logistischen Aufwand.

Ein Problem bei den Vorbestellungen ist, dass diese in Verbindung mit aktuell verfügbaren Artikeln bestellt werden. Dann müssen wir den ersten Teil einfach ausliefern (auf unsere Kosten), denn wir können die Waren nicht für zwei oder drei Monate hier lagern. Das bedeutet für uns in der Regel doppelte Versandkosten (Porto und Verpackung) für einen großen Teil der Bestellungen.

Und wenn dann noch gesammelt wird, wird’s richtig haarig…

Aber unsere Technik, unser Shopsystem und unsere Warenwirtschaft wird ständig weiterentwickelt. Vielleicht gibt es bald eine ordentliche technische Lösung, um zumindest die logistischen Probleme mit Teilauslieferungen in den Griff zu bekommen. Vielleicht lassen wir uns dann noch mal auf das „Abenteuer“ Vorbestellung ein.

LG Gunter

Stoppt überteuerte Weiterverkäufe…

So oder so ähnlich erreichen uns in letzter Zeit Nachrichten von erbosten Kunden.

Fakt ist: Gelegentlich findet sich der eine oder andere Meter unserer Eigenproduktionen zu wirklich „phantastischen“ Preisen bei eBay wieder. Teilweise bis zu 30 EUR werden da für den Meter Jersey aufgerufen.

ebay

Auch wenn unser dieser Run durchaus schmeichelt,  ist das so natürlich nicht in unserem Sinne. Denn es sind letztendlich unsere Kunden, die sauer auf uns sind.

Aber mit dem nötigen Hintergrundwissen werdet auch Ihr einen solchen Verkauf vielleicht gelassener nehmen.

Es handelt sich bei diesen Verkäufen immer um absolute Einzelfälle. Den professionellen  Händler, der in großen Mengen Stoff bei uns kauft und diesen regelmäßig weiterverkauft, gibt es nicht. Es kann (!) ihn nicht geben.

Denn zunächst verkaufen wir tatsächlich ausschließlich in „haushaltsüblichen“ Mengen. Wir verkaufen keine Ballenware. Verkäufe größerer Mengen lehnen wir grundsätzlich ab. Maximal verkaufen wir mal 5-6 Meter – soviel braucht man beispielsweise für eine Bettwäsche. Und es sind garantiert nicht diese 5-6 Meter, die hinterher bei eBay auftauchen (das prüfen wir!). Es ist mal der eine oder andere Meter, der vom Nähen übrig geblieben ist. Oder ja, auch das gibt’s sicher, der extra dafür gekauft und gehortet wurde.

Aber jeder der sich die Gewinnspannen dafür mal realistisch anschaut, wird vermutlich enttäuscht sein. Denn wir sind kein Großhandel. Auch bei der Abnahme größerer Mengen gewähren wir absolut und ohne Ausnahme niemandem einen höheren Rabatt (maximal die 10% für alle unserer Gewerbetreibenden unabhängig von der Abnahmemenge).

Um es noch einmal deutlich zu machen, das klischeehafte „Feindbild“ des „großen“ Händlers der mit fetten Rabatten den übrigen Kunden ballenweise unsere Eigenproduktionen wegkauft, um ihn dann zu überzogenen Preisen bei eBay zu verkaufen, gibt es schlichtweg nicht. Weil wir das nicht zulassen.

Wir verkaufen an Endkunden und weiterverarbeitende Gewerbetreibende. Für Stoffhändler ist ein Rabatt von 10% für den Weiterverkauf einfach völlig uninteressant.

Trotzdem können wir niemandem verbieten, der mal einen Glücksgriff getan hat, einen Meter unserer Eigenproduktion vielleicht auch zum phantastischen Preis loszuschlagen. Es ist ja durchaus nicht so dass jede Eigenproduktion gleichermaßen gefragt ist. Ich denke dieses gelegentliche Glück gönnt auch jede unserer Kundinnen Ihrer Mitstreiterin.

Aber niemand macht das in professionellem größeren Stil – und die von uns gegebenen Rahmenbedingungen lassen dies auch nicht zu.

Genauso wie wir unseren weiterverarbeitenden Kunden grundsätzlich die uneingeschränkte gewerbliche Nutzung unserer Eigenproduktionen gestatten, können und wollen wir gerade unseren privaten Kunden nicht verbieten den einen oder anderen Meter auch mal frei zu verkaufen. Schließlich kann jeder mit seinem nächsten gekauften Meter auch mal sein Glück probieren.

Und übrigens: das mit dem überteuerten Verkaufen klappt auch nur, wenn jemand auf das Angebot eingeht. Wenn ich mir das eine oder andere Angebot bei eBay anschaue (die stehen nämlich teilweise ziemlich lange zum Verkauf), seht ihr das genauso und seit nicht bereit solche überzogenen Preise zu zahlen!

LG Gunter

Eigenproduktionen in unbegrenzter Menge…

Ich verstehe jeden der ärgerlich ist, trotz viel Geduld vorm Rechner, einmal nichts von unseren Eigenproduktionen abbekommen zu haben. Der gelegentlich geäußerte  Vorschlag doch einfach „ein bisschen mehr“ zu produzieren, ist allerdings nicht so einfach umzusetzen. Und der Vorwurf wir würden sogar bewusst zu wenig produzieren, trifft mich persönlich.

Lasst mich dazu etwas ausholen. Denn die Produktion von Stoff ist zwar saisonal, aber kein kurzfristiges Geschäft. Ich rufe nicht heute beim Produzenten an, sende meine Entwürfe und bekomme dann nächste Woche tausende von Metern hier ins Lager geliefert.

baustelleEs dauert meist Monate vom ersten Entwurf, den Gundula zusammen mit der Grafikerin entwickelt, über die ersten Muster- und Farbabschläge, bis zur fertigen Produktion, die dann noch per Spedition zu uns gebracht werden muss oder von uns abgeholt wird.

Wir müssen uns dabei schon recht früh auf die gewünschten Mengen festlegen. Von den meisten Mustern bestellen wir exakt die gleiche Menge. Es sein denn Gundula ist sich besonders unsicher, ob Euch der Entwurf gefällt, dann bestellen wir nur die Hälfte.

Letzlich wissen wir dann erst am Tag an dem der Stoff endgültig bei uns gelandet ist, wieviel wir wirklich bekommen. Denn es kann ohne weiteres sein, dass aufgrund der Produktionstoleranzen oder Teilen, die von uns noch aussortiert werden, 20 oder 30 Prozent weniger als die bestellte Menge von uns verkauft werden kann.

Wir gehen mit der bestellten Ware ein erhebliches finanzielles Risiko ein. Denn wir sind kein großer Konzern, sondern ein kleines Familienunternehmen in der Startphase. Sollte sich eine Eigenproduktion als totaler Flop erweisen, haben wir ein echtes Problem. Denn bezahlen müssen wir die Produktion ja trotzdem (das tun wir in der Regel am Tag der Anlieferung bei uns und NICHT erst nach Wochen des Verkaufs).

So setzen wir mit jeder Eigenproduktion unsere Existenz so weit aufs Spiel, wie wir es für unsere Mitarbeiter und für uns für gerade noch vertretbar halten.

Niemand sollte uns also leichtfertig vorwerfen, dass wir einfach mehr produzieren sollten. Die meisten Eigenproduktionen sind tatsächlich echte Renner und ziemlich schnell ausverkauft. Es geht aber durchaus auch anders, und da wir die Zukunft nicht vorhersehen können, handeln wir wie vernünftige Kaufleute, die versuchen Risiko und Nutzen gegeneinander abzuwägen.

Selbstverständlich würden wir gerne auch noch mehr verkaufen, auch wenn wir mit dem Erreichten sehr zufrieden sind. Aber auch wenn das manchmal untergeht: Es gibt auch Eigenproduktionen, die nicht gut laufen. Ihr seht das ja ganz transparent in unserer Kategorie im Shop. Von den Eisbären und Braunbären liegen hier zum Beispiel noch ziemlich viele auf Lager.

Und wenn am Ende des Monats unser gesamtes Geld noch im Lagerbestand der Eigenproduktionen steckt, werden sich unsere Mitarbeiter bedanken. Denn dann können wir ihnen statt Gehalt höchstens einen Ballen Stoff mitgeben.

Und das klingt zwar lustig, ist es aber nicht. Denn die meisten unserer Mitarbeiterinnen arbeiten eben nicht als Minijobber bei uns, um Ihre Haushaltskasse ein bisschen aufzubessern, sondern als unbefristet angestellte Mitarbeiterinnen in Vollzeit – um Ihre Kinder zu ernähren.

Wir würden es für verantwortlungslos halten ein noch höheres finanzielles Risiko einzugehen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Bereits eine unverkaufte Eigenproduktion könnte dazu führen, dass wir unsere Stoffwelten schließen müssten.

LG Gunter