Kategorien
Allgemein

Weich & kuschelig: Was müssen Baby- und Kinderstoffe können? 

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, steht man als Elternteil, als Verwandter oder Freund vor völlig neuen Herausforderungen. Man will natürlich nur das Beste – auch wenn es um Kleidung geht. Doch was ist das eigentlich? Wir verraten dir, welchen Ansprüchen Baby- und Kinderstoffe genügen müssen und stellen dir sieben verschiedene Stoffe genauer vor, die in einer Grundausstattung nicht fehlen sollten. Erfahre hier mehr!

Um entscheiden zu können, welches Gewebe nun wirklich für den eigenen Nachwuchs taugt, solltest du dir anschauen, welche Bedürfnisse Babys und Kinder haben. Daraus lassen sich bestimmte Eigenschaften ableiten, die die Stoffe mitbringen sollten. So findest du ganz einfach das Passende.

Vorsicht: sensible Haut

Achte zudem auch auf Gütesiegel wie beispielsweise Oeko-Tex 100, IVN Best, GOTS und Bluesign. Diese versichern, dass die Textilien allesamt frei von Giftstoffen wie z.B. Azofarbmitteln, Formaldehyd und anderen gesundheitsschädlichen Chemikalien sind. Ebenfalls einen guten Griff macht man immer bei Bio-Kinderstoffen, da diese ebenso frei von schädlichen Chemikalien sind.

Bahn frei, Kartoffelbrei: Bewegung und Komfort 

Kinderstoffe sollten nicht nur weich sein, damit sie die Haut nicht reizen. Unsere Kleinsten sind auch wahnsinnig agil. Engt Kleidung sie ein, wollen sie sie nicht tragen. Darum sollte sich ein guter Kinderstoff auch möglichst dehnen. Dadurch geht die Kleidung mit allen Bewegungen mit, ohne einzuschränken und der Komfort bleibt erhalten.

Der Stoff darf aber auch nicht sofort ausleiern, muss also formstabil sein. Das bedeutet, er springt nach dem Dehnen wieder in die Ausgangsposition zurück. Dadurch wird die Haltbarkeit der Kleidungsstücke verbessert. Zudem trägt es ebenfalls dem Komfort und auch der Sicherheit bei – denn wenn die Kleidung anfängt an den kleinen Ärmchen und Beinchen zu schlabbern, schränkt dies wieder den Bewegungsdrang ein. Beginnt Ihr Baby vielleicht mit dem Laufen, könnte es nämlich über zu viel Stoff bei seinen Füßen stolpern.

Nicht ins Schwitzen geraten: atmungsaktive Stoffe

Babys können noch nicht artikulieren, dass ihnen zu warm ist. Darum sollten Kinderstoffe immer möglichst atmungsaktiv sein. Das bedeutet aber nicht, dass sie zwangsweise sehr dünn und leicht sein müssen. Es gibt auch dicke Wollstoffe, die aber dennoch gute ausgleichende Eigenschaften haben. Man spricht meist von einer Spanne von extrem leichten Stoffen (150 g/m²) bis zu recht schweren (350 g/m²).

Wichtig ist, dass zum einen ein guter Wärmeaustausch stattfindet, die Kinder also nicht frieren, aber überschüssige Wärme dennoch an die Umwelt abgegeben wird. Zum anderen muss auch die Feuchtigkeit damit nach außen gelangen können. Ansonsten liegt das Kind in seinem eigenen Schweiß, was nicht nur unangenehm ist, sondern auch wieder die Haut reizen und wund werden lassen kann.

Kleine Rabauken: strapazierbar und pflegeleicht 

Ob wegen eines Windelunfalls oder aber einem nicht ganz geglückten Fütterungsversuch: Babys und Kleinkinder bekommen oft mehrmals am Tag frische Kleidung angezogen. Entsprechend schnell sammelt sich ein großer Wäscheberg an, der auch möglichst zügig wieder abgearbeitet werden sollte, denn: Du brauchst natürlich Nachschub an Kleidung! Damit das gelingt, sollten Kinderstoffe sehr pflegeleicht sein. Eine aufwendige Handwäsche ist hier ungeeignet. Auch Bügeln braucht kein Elternteil. Die Stoffe sollten besser heiß und häufig waschbar, im Idealfall auch trocknergeeignet und dann wieder einsatzbereit sein.

Die häufigen Runden in der Waschmaschine strapazieren natürlich auch die Gewebe. Aber das ist noch nicht alles: Spielen, Krabbeln, Hinfallen und einfach die Welt erkunden sind alles Reize, die ein Kinderstoff aushalten sollte. Auch darum sind empfindliche Gewebe weniger gut für Babys und Kleinkinder geeignet. Die Textilien sollten stattdessen robust und
strapazierbar sein.

Unsere Empfehlung: 7 Baby- und Kinderstoffe zum Wohlfühlen 

Du weißt nun, welche Eigenschaften Kinderstoffe haben sollten. Allerdings muss man manchmal Kompromisse eingehen. Nur weil ein Stoff nicht dehnbar ist, heiß es nicht, dass dein Kind ihn nicht tragen sollte – gerade wenn er sonst viele andere Bedürfnisse abdeckt. Hier kannst du zum Beispiel auch durch unterschiedliche Schnitte viel kompensieren, sodass dein Nachwuchs vor allem immer uneingeschränkt und bestens gewappnet die Welt erkunden kann. Wir geben dir jetzt sieben Tipps für Kinderstoffe mit auf den Weg, die dir eine gute Auswahl für die meisten Kleidungsstücke deiner Kleinen geben werden.

Tipp 1: Jersey – dehnbar und vielseitig

Dieser Stoff ist eine Wirkware, d.h. er ist eigentlich gestrickt. Das entstandene Material ist dadurch besonders dehnbar, aber auch sehr dünn und angenehm weich. Es wird meist aus Baumwolle mit einem gewissen Elastananteil hergestellt. Es gibt ihn aber auch aus der
Kunstfaser Viskose. Wenn du Wert auf einen möglichst hohen Naturfaser-Anteil legst, solltest du diese Varianten dann besser nicht kaufen.

Der Stoff ist aber ein absoluter Tausendsassa. Es gibt ihn in zig Farben und mit allen möglichen Prints. Durch sein tolles Tragegefühl nehmen Kinder ihn gern an. Ob Hose, Body, Jacke, Leggins, Kleidchen, Shirt oder Mütze – aus Jersey kannst du eigentlich alles für dein Kind nähen. Die Verarbeitung braucht durch die Dehnbarkeit des Stoffes zwar etwas Übung aber wer den Dreh einmal raus hat, wird ihn lieben!

Tipp 2: Sweat – super kuschelig   

Ebenfalls ein Wirkstoff, der meist aus Baumwolle hergestellt wird. Ihn gibt es aber in unterschiedlichen Dicken und Dehnbarkeiten. Insgesamt werden meist vier verschiedene Varianten genannt: Sommersweat, Ganzjahressweat, Wintersweat und Kuschelsweat. Sie alle zeichnen sich durch ihre mal mehr, mal weniger stark angeraute Innenseite aus, wodurch dieser Kinderstoff angenehm flauschig wird.

Der Sommersweat ist dabei die leichteste Version und nur unwesentlich dicker, als normaler Jersey. Der stabile Stoff eignet sich gut für Hosen und Leggins, aber auch für Shirts, Kleider und Jacken. Ganzjahressweat ist bereits etwas dicker und wird gern für Pullis und wärmere Hosen genutzt. Wintersweat und Kuschelsweat sind dann die besonders warmen Varianten. Aus Ihnen kannst du richtig schöne Kleidung für die kalte Jahreszeit nähen, die dein Kind bestens wärmen wird.

Tipp 3: Frottee – mehr als ein Handtuch 

Dieser Stoff ist den meisten wohl nur als Bademantel und Handtuch ein Begriff. Doch Frottee ist nicht nur extrem saugstark, sondern auch wärmeregulierend. Das Schlingengewebe aus Baumwolle kann daher auch zum Beispiel zu einem leichten Schlafsack für den Sommer verarbeitet werden. Spuckt dein Kind viel, kannst du auch Halstücher mit dem Stoff unterlegen.

Manche Varianten haben auch einen gewissen Stretchanteil. Dann kannst du daraus sogar richtige Kleidung nähen, beispielsweise einen Overall oder ein Kleidchen. Diese sind robust und pflegeleicht, nicht zu warm und dadurch perfekt für einen Tag am Strand oder den Spielenachmittag im Sandkasten.

Tipp 4: Webware aus Baumwolle – leicht und bequem 

Man sagt immer “Baumwollstoff”, aber tatsächlich ist Baumwolle nur das Ausgangsmaterial. Gemeint sind damit eigentlich Webstoffe aus Baumwolle. Diese sind meist nicht sonderlich dehnbar, außer es wurde z.B. Elastan mit verarbeitet, und wirken darum auf den ersten Blick nicht so geeignet für Kinder. Da diese Art der Gewebe aber besonders leicht und angenehm weich auf der Haut liegt, kannst du es dennoch wunderbar für deine Kleinen verwenden. Die Auswahl an Farben und Drucken ist außerdem auch hier wirklich groß.

Kinderstoffe aus Baumwolle gelten im Übrigen auch als besonders atmungsaktiv und werden darum gern für sommerliche Kleidungsstücke verwendet. Kleider, Röcke, Hosen und Hemden – das alles lässt sich prima aus der Webware nähen. Von den Schnitten greifst du hier am besten eher zu weiteren, locker fallenden Varianten oder musst z.B. eine Knopfleiste mit einarbeiten, damit das Anziehen der Kinder möglichst einfach funktioniert.

Tipp 5: Cord – besonders strapazierbar 

Rutscht dein Kind gerade sehr viel auf seinen Knien herum und ist auch ansonsten mehr Typ Abenteurer? Dann ist Cord die perfekte Wahl für euch. Der leicht samtige Webstoff mit seiner charakteristischen, mal feineren, mal gröberen Rippenstruktur besteht in der Regel zu großen Teilen aus Baumwolle. Seine Machart lässt ihn zudem extrem strapazierfähig werden.

Dehnbar ist Cord übrigens nur, wenn es sich um eine spezielle Stretch-Variante handelt. Dafür wärmt der kuschelige Stoff aber recht gut. Somit eignet er sich prima für etwas weiter geschnittene Winterkleidung, wie beispielsweise Hosen, Jacken und Westen, aber auch niedliche Latzkleidchen.

Tipp 6: Walk – wenn es richtig warm sein soll 

Diese Stoffart hat einen sehr spannenden Entstehungsprozess. Das eigentlich schon fertige Woll-Gewebe wird nämlich nochmals bearbeitet, indem es nachträglich gewalkt wird. Das heißt, man reibt und presst den Stoff in einer Lauge und nutzt zudem auch Wärme. Heraus kommt ein dichtes, filzähnliches Material mit einer festen Struktur.

Das Besondere an diesem nicht dehnbaren Stoff ist, dass er zum einen Wärme sehr gut halten kann, überschüssige Wärme aber auch abgegeben wird. Somit frieren Kinder nicht zu schnell, kommen aber auch nicht total ins Schwitzen. Das Material wird besonders gern für Winterkleidung verwendet, etwa Mäntel und Overalls oder auch Jacken. Aber auch Accessoires wie Mützen kannst du daraus herstellen.

Tipp 7: Musselin – der klassische Babystoff 

Dieser Stoff begegnet einem aktuell gerade überall, nicht nur bei Babys und Kleinkindern. Kein Wunder, denn die Webware aus besonders feinfädiger Baumwolle ist wunderbar leicht und luftig und gleichzeitig aber auch sehr weich. Das Textil ist zudem atmungsaktiv und temperaturausgleichend. Und weil das noch nicht ausreicht, glänzt es auch mit seiner Pflegeleichtigkeit.

Musselin ist somit zurecht der absolute Klassiker und gleichzeitig Allrounder unter den Kinderstoffen. Er eignet sich wunderbar für Sommerkleidung, aber auch für Schals und Tücher. Wenn eine besonders warme Phase vor der Tür steht, ist übrigens auch ein Schlafsack für Babys aus dem Material eine tolle Idee. Und da der Stoff in immer mehr Farben und Prints zu bekommen ist, könnte sicher auch das ein oder andere Stück daraus für Mamas und Papas abfallen.

Verlass dich auch auf dein Bauchgefühl 

Textilien für Babys und Kinder sind ein Thema, über das gerade frischgebackene Eltern öfter grübeln. Was sollen sie wofür nutzen? Man will ja nichts falsch machen! Wir haben dir darum die wichtigsten Ansprüche, die an Kinderstoffe gestellt werden können, näher gebracht und sieben Materialien näher beleuchtet. An diesen kannst du dich grundlegend immer orientieren.

Wenn du dann auch noch die individuellen Bedürfnisse deines Kindes mit einbeziehst, solltest du für nahezu alle Eventualitäten gut gewappnet sein. Vertrau also auch deinem Bauchgefühl und wähle für ein Kind, dass sehr schnell schwitzt, besser einen Stoff aus, der etwas luftiger ist. Auch wenn es noch nicht Hochsommer ist. Wichtig ist, dass das Material zu euren individuellen Bedürfnissen passt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.